Organisation HSK

Organisationsformen HSK

Unterrichtsformen
Der Unterricht wird in der Regel während allen 11 Jahren der obligatorischen Volksschule angeboten. Einige Elternvereine organisieren darüber hinaus unterschiedliche Formen von Frühförderung.

Im traditionellen HSK-Unterricht werden Kinder und Jugendliche der jeweiligen Sprachen aus verschiedenen Schulorten zusammengezogen und auf ihrer Klassenstufe oder auch stufenübergreifend unterrichtet. Der Unterricht orientiert sich an den Lehrplänen und Vorgaben der jeweiligen Länder und nimmt so weit wie möglich Bezug auf den Rahmenlehrplan HSK. Aus logistischen Gründen findet der Unterricht oft in einem dem Kind fremden Schulhaus und häufig am schulfreien Mittwochnachmittag, an einem späteren Nachmittag oder am Samstagmorgen statt. Viele Lehrpersonen unterrichten jeden Tag an einem anderen Ort, häufig sogar in drei oder vier Kantonen. Sie haben erschwerte Bedingungen, um an Konferenzen oder an Besprechungen teilzunehmen oder eine erweiterte Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen der öffentlichen Schule zu pflegen.

Integrierter Herkunftssprachenunterricht nimmt die Inhalte des HSK-Unterrichts auf, ist aber konzeptionell weiter gefasst. Ein auffälliger Unterschied ist, dass der Unterricht in der Schule der Kinder und Jugendlichen stattfindet und nicht losgelöst vom gewohnten Umfeld und von den Themen des sonstigen Unterrichts. Die Lehrpersonen für den Herkunftssprachenunterricht arbeiten mit den Kolleginnen und Kollegen des Schulhauses zusammen. Schwerpunkte bilden die Integration und Förderung der Herkunftssprache und der Mehrsprachigkeit. Die Lehrpersonen übernehmen in der Zusammenarbeit mit fremdsprachigen Eltern eine beratende Funktion und können zu Gesprächen beigezogen werden.

Trägerschaften

HSK-Unterricht wird von Botschaften, Konsulaten oder Elternvereinen finanziert und beaufsichtigt. Einige grössere Minoritäten in der Schweiz (z.B. aus Italien, Portugal, Spanien, Türkei) erhalten vorläufig noch Unterstützung durch ihre Konsulate und Botschaften. Diese stellen für eine jeweils beschränkte Amtszeit Lehrpersonen und Schulleitungspersonen aus der Heimat und tragen die Verantwortung und Kosten für den Unterricht und die Gesamtkoordination. Kleinere Sprachgruppen (z.B. Ungarisch, Finnisch, Polnisch) oder Gruppierungen, deren Sprachen in verschiedenen Ländern gesprochen werden (z.B. Arabisch, Französisch, Englisch, Spanisch Lateinamerika) müssen sich als Elternvereine organisieren und sind zuständig für die Anstellung und Beaufsichtigung der Lehrpersonen HSK. Sie verlangen in der Regel einen knapp kostendeckenden Elternbeitrag. Ihre Koordinationspersonen arbeiten weitgehend ehrenamtlich.

Das Erziehungsdepartement stellt die Schulräume und die benötigten Infrastrukturen zur Verfügung und gewährleistet ideelle Unterstützung. Bei den integrierten Modellen der Herkunftssprachenförderung übernimmt es darüber hinaus bei Bedarf einen Teil der Lohnkosten.
 

Zusammenarbeit HSK und öffentliche Schule

Für eine erfolgreiche Förderung in der Herkunftssprache sind Akzeptanz und Unterstützung durch die gesamte Schule massgeblich. Am besten schneiden dabei offenbar Modelle ab, die einen kontinuierlichen, miteinander koordinierten Unterricht in beiden Sprachen anbieten. In eigens entwickelten Modellen wird in Basel der Vielfalt an Sprachen und Kulturen in den Schulhäusern der der Volksschule Rechnung getragen und der Unterricht punktuell für die Mehrsprachigkeit geöffnet. In allen Modellen wird auf Grundlage der Basler Lehrpläne unterrichtet; der Kanton trägt einen Teil der durch die Erstsprachangebote entstehenden Kosten. Auf allen Ebenen sind die Ressourcen knapp, nach einer gewissen Einführungszeit kann aber beidseitig mit weniger Arbeitszeit und Aufwand gerechnet werden.
Das Basler Gesamtsprachenkonzept sieht in allen Bereichen und Stufen den Einbezug der Migrationssprachen vor. In den bereits vorhandenen Modellen und Projekte der Primar- und Sekundarstufe I wird auf Grundlage der Basler Lehrpläne unterrichtet, der Kanton trägt einen Teil der Kosten.

«Sesam öffne dich!»
Um den Zweitsprachenerwerb der Schülerinnen und Schüler wirkungsvoll zu unterstützen und Sprach- und Kulturvergleiche zu ermöglichen, sollen Vernetzungen zwischen dem Unterricht in der Primarklasse und dem Unterricht in heimatlicher Sprache und Kultur (HSK-Unterricht) ermöglicht werden. «SESAM ÖFFNE DICH!» bietet Primarlehrpersonen die Möglichkeit, aus einer Palette von Themen und Sprachen eine Auswahl zu treffen und sich für ein Angebot anzumelden.
Gemeinsam ist allen Angeboten, dass die Primarlehrperson und die HSK-Lehrperson im Teamteaching unterrichten. Die Angebote unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihrer thematischen Ausrichtung sowie ihrer Dauer. Während im Angebot 1 die HSK-Lehrperson lediglich eine Lektion in der Klasse unterrichtet, bietet Angebot 2 bereits die Möglichkeit, sich länger mit einem Thema auseinanderzusetzen. Im Angebot 3 kann in acht bis zehn Lektionen eine differenzierte Behandlung eines Themas angegangen und die Zusammenarbeit mit der HSK-Lehrperson intensiviert werden.
Flyer
Erzähltheater für KG, 1. und 2. Klassen
Erzähltheater für 1. bis 3. Klassen
Erzähltheater für 3. und 4. Klassen

Weitere Informationen und standardisierte Unterrichtsabläufe

Das Modell Sprach- und Kulturbrücke:
Dieses Modell integrierter Erstsprachförderung entstand 1997 auf Stufe Orientierungsschule (5. bis 7. Schuljahr). Lehrpersonen bereits bestehender HSK-Angebote werden so weit wie möglich und mit erweitertem Auftrag ins jeweilige Kollegium integriert, bei Bedarf werden neue Lehrpersonen beigezogen. Sie partizipieren durch Teamteaching in verschiedenen Fächern, bei der Elternarbeit und bieten individuelle Betreuung an. Punktuell wird auf verschiedenen Ebenen und in allen Fächern Zusammenarbeit angestrebt, immer mit der Zielsetzung einer Förderung der vorhandenen Mehrsprachigkeit und des Respekts gegenüber den Erstsprachen. Der eigentliche Sprachunterricht findet meistens ausserhalb der Regelstunden, aber innerhalb des Pensums statt. In Erprobung ist ein spezieller Lehrplan mit sprachvergleichendem Ansatz, in Erarbeitung sind Unterrichtseinheiten zur fachlichen Zusammenarbeit mit Lehrpersonen der öffentlichen Schule, die konzeptionell Ansätze von ELBE, Sprachprofil und Fachdingsda (fächerorientierter Grundwortschatz für das 5. bis 9. Schuljahr) einbinden.
Exemplarische Unterrichtseinheiten für die Teamarbeit

 

Schulräume

Der Unterricht HSK findet in den Räumen der öffentlichen Schule statt.

Volksschulen

Daniel Aeschbach
Fachstelle Pädagogik
Kohlenberg 27
Postfach
4001 Basel
Telefon: +41 61 267 90 08
Mail: E-Mail