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Geschichte des Jugendbücherschiffs

Jugendbuch-Ausstellungen seit 1935

Jugendbuch-Ausstellungen haben in Basel eine lange Tradition. Seit 1935 fanden sie mit wenigen Ausnahmen - etwa während des Zweiten Weltkrieges - fast jährlich statt. Die Ausstellungsräume lagen immer zentral in der Nähe des Rheins und waren teilweise historische Orte wie der Münstersaal des Bischofshofs (bis 1976) oder der Kartäusersaal des Waisenhauses (bis 1980). Veranstaltet wurden sie von Anfang an von der Basler Jugendschriftenkommission (JSK), einer Kommission des Erziehungsdepartements, die aus Lehrerinnen und Lehrern verschiedener Schulstufen zusammengesetzt ist. Seit 1973 wird die JSK (seit 2009 «AG Basler Schulbibliotheken») vom Team der Pädagogischen Dokumentationsstelle (seit 2011 der Bibliothek des Pädagogischen Zentrums PZ.BS) bei Organisation und Durchführung des Anlasses tatkräftig unterstützt.

Umzug aufs Schiff als Notlösung

1981 stand die JSK vor einem schier unlösbaren Problem: Ein freier, genügend grosser und auch noch finanzierbarer Raum für die Jugendbuchausstellung war nicht zu finden. Ernst Ritter, der damalige Präsident der Basler Jugendschriftenkommission und Leiter der Pädagogischen Dokumentationsstelle fand eine ideale Lösung: Die Jugendbuchausstellung zog auf den Rhein. Weil im Winter die Flotte der Basler Personenschifffahrt nicht so stark ausgelastet war und eine Bank finanzielle Unterstützung bot, konnte das Jugendbücherschiff getauft werden.

Aus der Not geboren wurde das Bücherschiff zum Glücksfall. Denn das Schiff fasziniert, es erinnert an Abenteuer und Reisen in ferne Welten. Das sanfte Schaukeln und der Blick auf die vorbei ziehenden Wassermassen tragen dazu bei, dass Kindern und Erwachsenen das Bucherlebnis in sinnlicher Erinnerung bleibt.

Im Jahr 2002 hat das Schiff erstmals mitsamt seiner Bücherfacht abgelegt und pendelt seitdem an jeweils einem Tag der Ausstellung zwischen Basel, Huningue und Weil am Rhein hin und her. Dies ermöglicht Klassen aus der Schweiz, Frankreich und Deutschland, sich zu begegnen, dabei gemeinsam neue Bücher zu entdecken und sich darüber auszutauschen.

Vom «guten Buch» zur Freude am Lesen

In den ersten Jahrzehnten verfolgten die Jugendbuchausstellungen andere Ziele als heute: Man wollte das nach den damaligen Moralvorstellungen «gute Buch» fördern und damit gegen «Schmutz und Schund in der Jugendliteratur» kämpfen. Auch galt es, sich gegen nationalistisches ausländisches Gedankengut abzugrenzen und sich auf die eigenen Werte zu besinnen.

Diese Zeiten sind lange vorbei und heute geht darum, mit spannenden und informativen Büchern Freude am Lesen zu wecken und zu fördern. Mit seinem breiten Angebot möchte das Bücherschiff die Kinder über ihre Interessen abholen und für das Medium Buch begeistern.

Eine Erfolgsgeschichte

Das Bücherschiff wird jährlich von Tausenden von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen besucht, die aus der ganzen Region und sogar aus dem Ausland kommen. Das Schiff ist so beliebt, dass Besuche während der Unterrichtszeiten nur mit Voranmeldung möglich sind. Viele Kinder kommen das erste Mal mit ihrer Schulklasse aufs Bücherschiff und dann am Wochenende mit Eltern oder Grosseltern im Schlepptau erneut.

Jedes Jahr wird ein breites Rahmenprogramm angeboten, mit Lesungen für Familien, Fortbildungskursen, zeichnerischen Aktivitäten, Auftritten von Schulklassen und natürlich dem beliebten Erzählabend, bei dem die Leinen los gemacht werden und das Schiff in den winterlichen Rhein sticht.