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Mittelschulen vernetzen sich am Dreitageblock

18.03.2021
Die fünf Gymnasien und die FMS werden den Dreitageblock nutzen, um sich fächerintern einen Tag lang über Erfahrungen mit der Digitalisierung des Unterrichts auszutauschen. Wegen der Corona-Schutzvorschriften findet diese schulübergreifende Vernetzung wie die Digitalisierungs-Weiterbildung an den Primarschulen hauptsächlich online statt.
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Wie hier an der FMS zu Open-Book-Prüfungen haben die Mittelschulen damit begonnen, sich zu Digitalisierungsthemen weiterzubilden. Am Dreitageblock soll nun ein Erfahrungsaustausch innerhalb der einzelnen Fächer über die Schulhausgrenzen hinaus angekurbelt werden.

Wenn die Gesellschaft immer digitalisierter wird, hat das Folgen für die Schule. Doch wie sehen diese aus? Diese Frage rückt an den Mittelschulen immer stärker in den Fokus, denn seit Beginn des neuen Schuljahres bringen die meisten Klassen der Basler Gymnasien und der FMS ihre persönlichen Geräte mit in den Unterricht, und den Lehrpersonen stehen damit neue Möglichkeiten offen, aber auch neue Herausforderungen sind deutlich geworden. Teilweise stellen sich zentrale Fragen des Unterrichtens neu.

Antworten darauf lassen sich nicht von einem Tag auf den anderen aus dem Hut zaubern. Sie fallen je nach Fach, Thema oder Alter der Klasse unterschiedlich aus und können nur aus der Praxis heraus entwickelt werden. FMS-Rektorin Alexandra Guski, die gemeinsam mit Anna-Katharina Schmid, Rektorin des Gymnasium Bäumlihof, das Teilprojekt Pädagogik innerhalb der Digitalisierung der Mittelschulen leitet, rechnet deshalb mit einer Phase von mehreren Jahren, bis Lehrpersonen Unterricht unter digitalen Bedingungen routiniert gestalten können und die positiven Effekte desselben für das Lernen voll zum Tragen kommen.

Nicht alle müssen die gleichen Fehler machen
Eines ist aber sicher: Dieser Umstellungsprozess lässt sich merklich beschleunigen, wenn nicht alle die gleichen Fehler machen, sondern von den Erfahrungen der Fachkolleginnen und -kollegen profitieren können. «Wenn die Vernetzung stimmt, kann man viel lernen. Und sich viel ersparen»: Dieser Satz, der an einer der ersten Vorbereitungssitzungen gefallen ist, bringt für Stephanie Lori vom PZ.BS das Ziel der Vernetzung gut auf den Punkt, die sie zusammen mit den beiden Rektorinnen am Dreitageblock auch dort in Gang bringen möchte, wo bisher noch wenig gelaufen ist.

Ganz nach dem Motto «Mehr try, weniger error» erhalten die Lehrpersonen fachspezifische Plattformen, auf denen sie ihre Erfahrungen austauschen und von einander lernen können. An der FMS etwa finden zudem bereits regelmässig Weiterbildungen statt, in denen Lehrpersonen von Fachleuten aus dem Kollegium Tipps bekommen, was es beispielsweise bei der Durchführung und Bewertung von Open-Book-Prüfungen am Computer speziell zu beachten gilt. Anhand von realen Praxisbeispielen wird so in Workshops ausprobiert, was für Anpassungen es mit der Digitalisierung des Unterrichts braucht. Ähnliche Weiterbildungen mit internen und externen Referentinnen und Referenten werden auch an den Gymnasien angeboten. 

Gemeinsam Neues ausprobieren

Dieser Austausch soll inspirieren und Lehrpersonen ermöglichen, Gleichgesinnte zu finden, mit denen sie Neues und Ungewohntes ausprobieren können. Erste Schritte in Richtung eines stärkeren fachlichen Austausches über die Schulhausgrenzen hinaus wurden letzten Herbst gemacht. Da wurde für jedes Fach eine Online-Austauschplattform eingerichtet und via die zentralen Fachschaften eine Vernetzungsgruppe gegründet, in der jedes Fach mit mindestens einer Person vertreten ist. Diese Vernetzungsgruppe moderiert die Austauschteams, sammelt Anliegen des jeweiligen Fachs und bringt sie in die Weiterbildungsplanung ein – und am diesjährigen Dreitageblock (vgl. Zweittext unten) wird sie selbst vermittelnd aktiv.

Peter Wittwer (Texte) und Grischa Schwank (Fotos)

Inputs aus anderen Schulen am Dreitagblock

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Am Dreitageblock wird der Austausch entweder vollständig auf digitalen Kanälen oder hybrid (das heisst Fachschaften einer Schule treffen sich im Schulhaus) stattfinden.

wit. Der Dienstag des Dreitageblocks verfolgt dieses Jahr an allen Mittelschulen das gleiche Ziel: Lehrpersonen, die das gleiche Fach unterrichten, sollen sich einen Tag lang zu Themen des digitalen Unterrichts austauschen und sich über die künftige Zusammenarbeit über die Standorte hinweg sowie ihre Weiterbildungsbedürfnisse verständigen.

Da der Austausch innerhalb von Fachschaften erfolgt, wird das Programm bei den Fremdsprachen-Lehrpersonen nicht gleich aussehen wie etwa in Mathematik oder den musischen Fächern. Welche Themen in den Fächern wie aufgegriffen werden, liegt in der Kompetenz der Mitglieder der kantonalen Vernetzungsgruppe, die die Tagung in ihrem Fach auch leiten werden. Wer mehrere Fächer unterrichtet, konnte sich nach den Fasnachtsferien entscheiden, in welchem Fach sie oder er an dieser obligatorischen Weiterbildung teilnehmen will. Die Projektleitung hat dazu eine Übersicht (edubs-Login notwendig).ins Netz gestellt, was am 30. März in den einzelnen Fächern geplant ist.

Als Zeitfenster steht der Morgen ab 8.30 Uhr und der Nachmittag bis 15.30 Uhr zur Verfügung. Der letzte Block des Tages ist für standortinterne Vertiefungen in den Fachgruppen reserviert. Zur Programmgestaltung stehen den Fachschaften per Video rund zwanzigminütige Inputs von einer Expertin und zwei Experten zur Verfügung, die der Frage nachgehen, was sich durch die Digitalisierung in Gesellschaft und Arbeitswelt verändert und welche Kompetenzen Jugendliche in der Schule erwerben müssen, um in dieser Welt bestehen und sich entfalten zu können. Die Fachschaften diskutieren anhand von konkreten Good-Practice-Beispielen aus dem jeweiligen Fach, wie Unterricht mit digitalen Hilfsmitteln sinnvoll gestaltet werden kann.

Weil der Bundesrat Weiterbildungen vor Ort im November grundsätzlich verboten hat, kann die Tagung nicht vor Ort in einem Schulhaus stattfinden. Deshalb und nicht weil es um das Thema Digitalisierung geht, muss der schulübergreifende Austausch entweder vollständig auf digitalen Kanälen von zu Hause aus oder hybrid (das heisst Fachschaften einer Schule treffen sich im Schulhaus) stattfinden.  

Digitalisierungsschwerpunkt auch an den Primarschulen

Am Montag und Dienstag des Dreitageblocks beschäftigen sich auch alle Primarschulen mit dem Thema «Schulen in einer digitalen Welt». Das Weiterbildungsangebot wird vom PZ.BS mit Unterstützung von ICT Medien organisiert und in einer hybriden Form durchgeführt. Jeder Standort hat sich für einen der beiden Tage entschieden. Neben Workshops, Kursen, Referaten und Selbstlernangeboten, die per Videokonferenz aus dem Programm des PZ.BS gebucht werden können, haben die Schulen die Möglichkeit, sich am Standort auszutauschen oder Schwerpunkte zu bilden. Das zentrale Programm des PZ.BS umfasst pro Tag acht Keynote Referate und circa 90 Workshops, Kurse und Austauschgefässe.

Gestartet wird im Gesamtplenum mit einer Online-Begrüssung durch Volksschulleiter Urs Bucher. Danach haben die Schulen die Möglichkeit gemeinsam in den Tag zu starten, bevor sich die Lehrpersonen als pädagogisches Team, Fachteam oder einzeln in die verschiedenen Angebote begeben. Die Palette der Angebote reicht von den Auswirkungen der Digitalisierung auf Schule und Gesellschaft, bis zur Unterstützung von Logopädie und Heilpädagogik durch digitale Programme oder verschiedenen Präventionsprogrammen. Daneben werden Kurse zu den gängigen Tools in Basel wie Teams, Ilias, Mindsteps angeboten. Der Weiterbildungstag dient als Vorbereitung auf das nächste Schuljahr, in dem alle Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse ein persönliches Gerät erhalten werden. Die Sekundarschulen werden dann ein Jahr später folgen.

Christoph Gütersloh, Mitglied der Projektleitung Digitalisierung der Volksschulen

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