Informatik-Kaderausbildung Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn 2005/2006
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Tiere in städtischer Umgebung


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PRAXISERPROBUNG I
Bericht der Erprobung im Kindergarten (KG Güterstr. 300, E. Blaser)

Allgemein
Meine Klasse besteht aus 11 K-1-Kindern (1. Jahr) und 6 K-2-Kindern (2. Jahr).

Die Klasse setzt sich aus 11 Buben und 6 Mädchen zusammen, davon ist für 12 Kinder Deutsch eine Fremdsprache. Die Erprobung fand immer am Doppel-/Fördermorgen mit

2 anwesenden Lehrpersonen statt, wo die Begleitung und Beratung auch in kleinen Gruppen oder der Hälfte der Klasse möglich war. So konnte der ICT-Unterricht auch mit beschränktem technischem Material optimal gestaltet werden. Einige Aufgabenstellungen wie das Fotografieren und der Beobachtungsauftrag waren für die meisten K-1-Kinder zu schwierig und wurden deshalb von den K-2-Kindern übernommen.

Alle Kinder stiegen sehr motiviert ins Thema ein. Da wir vorgängig das Thema Bären durchgenommen hatten, waren die Kinder mit Waldtieren schon vertraut. Die vorgesehene Arbeit mit den geschlechtergemischten Gruppen gestaltete sich unproblematisch und positiv. Von den Kindern her konnten die Aufträge wie geplant durchgeführt werden. Es gab zeitliche Verzögerungen, was jedoch auf dieser Stufe gut berücksichtigt werden konnte. Eine Schwierigkeit war, dass die Stammkindergärtnerin gleichzeitig das Thema Hühner durchgenommen hatte. Ich musste da noch einen Übergang von Gemeinsamkeiten des schwarzen Huhnes und der Amsel einschieben, welcher beim methodisch-didaktischen Vorgehen nicht erwähnt wurde.

Methodisch-didaktische Aspekte
Wir haben uns auf wenige Tiere beschränkt: Amsel, Eichhörnchen, Fuchs, Ente, Marder (welcher von den Kindern wegen dem Nagen an Autokabeln eingebracht worden ist) und Taube. Den Marder und den Fuchs konnten wir nicht beobachten, wir haben diese Tiere ausschliesslich mittels Recherchen erforscht. Schon in der 1. Lektion fehlten vorausgesetzte Begriffe, welche ich dann individuell im Sprachunterricht aufarbeitete. Schnell zeigte sich, dass dieses Projekt eigentlich für die Kindergartenstufe sehr schwierig ist. Als Förderlehrperson hatte ich jedoch die Möglichkeit, sehr individuelle Hilfestellungen zu geben, was in einem ganzen Klassenverband nicht möglich wäre. Wir haben uns als Ergänzung auch sehr viele Sach- und Bilderbücher aus der Bibliothek geholt. Die CD-Roms waren eine Hilfe, da ein ausgewähltes Tier auch während des ganzen Freispiels/ der Freiarbeit sichtbar präsent war. Wir haben vorgängig nicht oft am Computer gearbeitet, da sehr dringende Lehrziele Vorrang hatten. So war es auch technisch manchmal sehr schwierig für die Kinder (z.B. „drag and drop“). Das Fotografieren von sich bewegenden Tieren war zu schwierig, wir  konnten die Tiere mit der Digitalkamera nicht nahe genug heranzoomen. So haben wir unsere Spielfelder mit Holztieren und Kuscheltieren (von zuhause) zum Thema fotografiert, was auch auf Begeisterung gestossen ist.

Das Bearbeiten  und Integrieren der Bilder ins Wiki wurde ausschliesslich von der Lehrperson ausserhalb der Unterrichtszeit übernommen. Das war für die Kinder dann beim Anschauen jeweils eine Überraschung. Ich habe mich im Wiki auf eine ganz kleine Auswahl beschränkt.

Eine Powerpointpräsentation ist für den Kindergarten wohl sinnvoller, da die Kindergartenkinder mit einem Wiki von der Stufe her überfordert sind. Als Projekt mit der Primarstufe ist es jedoch interessant und spannend. Die Kinder waren sehr beeindruckt von dem Resultat der beiden Primarschulklassen.

Lernkontrolle: Das differenzierte Wissen in Form von exakten Beschreibungen von Tieren (z.B. Marder) in der Diskussion hat mich positiv überrascht.

Die Sensibilisierung für das Wahrnehmen von Tieren hat sehr erfolgreich stattgefunden; die Kinder (auch schüchterne fremdsprachige) reagieren sofort, wenn sie ein Tier im Garten sehen oder ein Spielfeld gestalten, und machen die anderen Kinder oder die Lehrperson mit Begeisterung und Freude darauf aufmerksam. Das Thema war vom Ziel und der nachhaltigen Wirkung her ein Volltreffer.

Durch den Elternbrief bezüglich Veröffentlichung im Wiki entstand als positiver Nebeneffekt ein kooperativer Austausch zwischen Elternhaus und Kindergarten.

Zeitbedarf
Der vorgesehene Zeitrahmen wurde nicht eingehalten und enorm gesprengt. Die vielen nötigen Hilfestellungen brauchten Zeit, teilweise habe ich nur mit einer Dreiergruppe gearbeitet und auch sprachliche Begriffe aufgearbeitet.

Technische Schwierigkeiten
Ein Computer mit Internetanschluss war im Quartiersraum im gleichen Gebäude vorhanden. Da das Internet gerade eingerichtet wurde und man mir trotz Ankündigung des

2-Bits-Projekts keine Rechte gewährte, wurde das Projekt beträchtlich erschwert. Im Kindergarten standen mir zusätzlich 2 PCs zur Verfügung. Die räumliche Trennung des „Internetcomputers“ setzte eine gute Planung voraus.

Schlussfolgerungen und Erkenntnisse

  • Ich habe nur mit 3 Internetseiten gearbeitet.
  • Die Texte waren zu klein und schwierig. Um einem Kind, welches schon ein bisschen lesen konnte, den Zugang zu erleichtern, musste ich sehr viel beim Navigieren helfen.
  • Der Zeitbedarf muss grosszügiger bemessen werden; die Kleingruppen benötigen entsprechend mehr Zeit; es gehören Freispiel/Lektionen im traditionellen Sinn zur Erarbeitung (im DM) dazu. Natürlich war es nicht sehr günstig,  zwei Themen zur gleichen Zeit zu bearbeiten. Wegen der vorgegebenen Terminabgabe der T4 und meiner Arbeit als Förderlehrperson und Vertretung der Stamm-Lehrperson liess es sich in unserem Fall nicht vermeiden.
  • Das Thema ist sehr geeignet, motivierend, entwicklungsfähig und lässt sich für einen längeren Zeitraum ausbauen.

Anpassungen

Aufgrund meiner Erkenntnisse und Schlussfolgerungen habe ich den Zeitbedarf und die Hilfestellungen für die Kindergartenkinder angepasst.


Tiere in städtischer Umgebung | Elisabeth Blaser (BS), Richard Binggeli (BL), Hans Peyer (BS)