Da eine grosse Heterogenität im Umgang mit den Neuen Medien, sowohl seitens der Jugendlichen, wie auch auf Seite der Lehrpersonen besteht, und der Einsatz der Neuen Medien in Beruf und Alltag stetig zunimmt, drängt sich eine im Unterricht zu erlangende Grundkompetenz im mündigen Umgang mit den Neuen Medien auf, die den jungen Erwachsenen beim Eintritt ins Berufsleben diesbezüglich keinen Nachteil beschert.
In Anlehnung an die Grundideen des Europäischen Sprachenportfolios (ESP) [8] werden nachfolgend Referenzniveaus definiert.
Basierend auf den Referenzniveaus helfen Niveau-Abklärungen (vgl.
Kapitel Testverfahren), Lernende mit Defiziten „herauszufiltern“ und gezielt zu fördern (vgl.
Kapitel Föreerkonzept).
Dabei beschreibt in der sechsstufigen Globalskala (A1, A2, B1, B2, C1 und C2) das
Referenzniveau B2 die zu erlangende Grundkompetenz, mit der junge Erwachsene beim Eintritt ins Berufsleben einen mündigen Umgang mit neuen Medien „bescheinigen“. Mit dem Eintritt ins Berufsleben ist auch der private Alltag miteinbezogen, sprich derjenige Umgang mit den Neuen Medien, der aus dem privaten Alltag nicht mehr weggedacht werden kann. Neue Medien wie z.B. „Multimedia“ fallen explizit in den Freizeitbereich, da in diesem Bereich im Moment noch kein zwingender Kompetenznachweis auf dem Arbeitsmarkt besteht.
Die mit dem Referenzniveau B2 [9] beschriebenen Fähigkeiten und Fertigkeiten sind im Kapitel
Kapitel Testverfahren in Form von Standards aufgelistet und basieren auf einer Annahme, ausgehend von den Recherchen, die im vorangegangenen Kapitel vorgestellt wurden, und unseren persönlichen Einschätzungen.
Das Referenzniveau C2, das höchste Referenzniveau, beschreibt keinen hoch ausgewiesenen Informatik-Level, sondern geht von einem hohen „Userinnen- und User“-Niveau aus, welches zum Beispiel von einer fundiert kaufmännisch ausgebildeten Fachkraft durchaus erreicht werden kann.
Prinzipien, auf denen die Referenzniveaus basieren
- Anhand von Profilen werden die erwarteten Kompetenzen an den Schnittstellen zwischen den Niveaus beschrieben. Die Profile enthalten Kompetenzbeschreibungen in Form von Kann-Formulierungen, die genau beschreiben, was Lernende an der jeweiligen Schnittstelle leisten müssen.
- Ein Referenzniveau geht von den erworbenen Kenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten der vorangegangenen Referenzniveaus aus.
- Jedes Referenzniveau beruht auf den Workflow-Phasen „Orientierung“, „Anwendung“ und „Auseinandersetzung“.[10]
- Ein Referenzniveau dient nicht zur Beurteilung von Leistungen, sondern in erster Linie ist es ein Instrument für die gezielte Förderung.
Die Referenzniveaus im Überblick:[11]
Die Referenzniveaus C2 und C1: Kompetenter Umgang mit Neuen Medien
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Orientierung - Anwendung - Auseinandersetzung
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kompetenter
Umgang mit
Neuen Medien
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C2
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Kann für komplexe Aufgabenstellungen gezielt und sicher das geeignete Medium wählen. Kann in jeder Situation effizient Referenzquellen beiziehen und praktisch umsetzen.
Kann unter Leistungsdruck überall routiniert und flexibel unterschiedlichste Medien produktiv nutzen und nach professionellen Gestaltungsrichtlinien verbreiten.
Kann die praktische Tätigkeit qualitativ überprüfen und Optimierungsmassnahmen vornehmen und produktionssteigernde Strategien ableiten und anwenden.
Kann die Qualität von Informationen einordnen und deren Einflüsse und Wirkungen dem eigenen Handeln überall sicherheitsbewusst und verantwortungsvoll anpassen.
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C1
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Kann für einfache Aufgabenstellungen gezielt und sicher das geeignete Medium wählen. Kann in Standard-Situationen effizient Referenzquellen beiziehen und praktisch umsetzen.
Kann unter Leistungsdruck routiniert die am Arbeitsplatz und im privaten Alltag relevanten Medien produktiv nutzen und nach vorgegebenen Gestaltungsrichtlinien verbreiten.
Kann die praktische Tätigkeit qualitativ überprüfen und Optimierungsmassnahmen vornehmen und produktionssteigernde Strategien ableiten.
Kann die Qualität von Informationen einordnen und deren Einflüsse und Wirkungen dem eigenen Handeln am Arbeitsplatz sicherheits-bewusst und verantwortungsvoll anpassen.
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Abb. 23 Die Referenzniveaus C2 und C1 im Überblick
Die Referenzniveaus B2 und B1: Selbstständiger Umgang mit Neuen Medien
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Orientierung - Anwendung - Auseinandersetzung
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Selbstständiger
Umgang mit
Neuen Medien
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B2
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Kann für einfache Aufgabenstellungen ein geeignetes Medium wählen. Kann Referenzquellen beiziehen und praktisch umsetzen.
Kann routiniert die am Arbeitsplatz und im privaten Alltag relevanten Medien produktiv nutzen und nach minimalen Gestaltungsrichtlinien verbreiten.
Kann die praktische Tätigkeit qualitativ überprüfen und Optimierungsmassnahmen vornehmen.
Kann die Qualität von Informationen grob einordnen und deren Einflüsse und Wirkungen dem eigenen Handeln in einem sicheren Raum (z.B. Firmennetzwerk) anpassen.
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B1
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Kann für einfache Aufgabenstellungen ein Medium wählen.
Kann Referenzquellen beiziehen und praktisch umsetzen.
Kann ohne Leistungsdruck die am Arbeitsplatz und im privaten Alltag relevanten Medien produktiv nutzen und diese ohne Gestaltungsanspruch verbreiten.
Kann die Qualität von Informationen grob einordnen und deren Einflüsse und Wirkungen dem eigenen Handeln in einem sicheren Raum (z.B. Firmennetzwerk) unter Anleitung (Beizug von Referenzquellen) anpassen.
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Abb. 24 Die Referenzniveaus B2 und B1 im Überblick
Die Referenzniveaus A2 und A1: Elementarer Umgang mit den Neuen Medien
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Orientierung - Anwendung - Auseinandersetzung
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elementarer
Umgang mit
Neuen Medien
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A2
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Kann die Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine nennen.
Kann Referenzquellen nennen und finden.
Kann Daten bewältigen (Daten sichten, überblicken, beschaffen, laden, ansehen, verwalten, nutzen, bearbeiten, teilen, erzeugen, sichern, löschen)
Kann die Qualität von Informationen grob einordnen und deren Einflüsse und Wirkungen auf das eigene Handeln nennen.
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A1
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Kann digitale Daten erkennen und sie den jeweiligen Medien zuordnen. Kann Referenzquellen nennen.
Kann an einem Computer spielen und experimentieren.
Kann die Qualitätskriterien von Informationen und deren Einflüsse
und Wirkungen auf den Menschen nennen.
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Abb. 25 Die Referenzniveaus A2 und A1 im Überblick
[8] Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (Hrsg.), Europäisches Sprachenportfolio, 2001 à ‚Quellen’
[9] Interessant hier noch der direkte Vergleich zum ESP, bei dem das Referenzniveau B die selbstständige Sprachverwendung mit folgender Beschreibung definiert: Kann die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten Themen verstehen; versteht im eigenen Spezialgebiet auch Fachdiskussionen. Kann sich so spontan und fliessend verständigen, dass ein normales Gespräch mit Muttersprachlern und Muttersprachlerinnen ohne grössere Anstrengung auf beiden Seiten gut möglich ist. Kann sich zu einem breiten Themenspektrum klar und detailliert ausdrücken, einen Standpunkt zu einer aktuellen Frage erläutern und die Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten angeben.
[10] vgl. Kapitel 2.4 Kompetenzbereiche
[11] in Anlehnung an die Matrix der Globalskala des Europäischen Sprachenportfolios