| Informatik-Kaderausbildung Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn 2003/2004 www.2bits.ch | www.edubs.ch Neue-Medien-Kompetenz |
![]() |
|
|
|
| Sie befinden sich hier: |
|
5 Kompetenzerwerb
5.1 Pädagogische Grundhaltungen Im Vorfeld zur vorliegenden Arbeit haben wir uns, aufgrund unserer Unterrichtserfahrungen, eingehend über unsere Zielsetzungen und Schwerpunkte unterhalten. Dabei resultieren pädagogische Grundhaltungen, die uns in der Umsetzung des Förderkonzepts auf Schulebene (vgl.
Abb. 12 Übersicht Pädagogische Grundhaltungen Bei der Umsetzung der Orientierungsphase im Umgang mit den Neuen Medien (vgl.
Entdeckendes Lernen Lernende sind, sofern wir sie nicht daran hindern, aktive Mitgestaltende ihrer Lernprozesse. Sie sind neugierig, eigenmotiviert, lernen via Versuch und Irrtum, bevorzugen die Verbindung von ‚Theorie’ und ‚Praxis’ und die Chance eines „learning by doing“. Der Erwerb von Wissen, von Fähigkeiten und Fertigkeiten dient dem Fortgang der von den Lernenden betriebenen Projekte. Wir Pädagoginnen und Pädagogen wirken nicht mehr wie Dompteure, die die gesamte Klasse über einen Leisten zu schlagen versuchen, wir sind vielmehr Anregende, Entwicklungsbegleitende, Assistierende der Forschungs- und Entdeckungsreisen. „Bei der neuen Lernkultur steht nicht der Lehrer, sondern der Lernende im Mittelpunkt, und Technologie wird möglicherweise mit Geisteswissenschaften, Kunst und Religion kombiniert. Zu den neuen Lernmodellen und -stilen gehören das Entdecken und forschende Lernen, problem- und gemeinschaftsorientiertes Lernen sowie Eigenverantwortlichkeit. Die neuen Technologien und e-Learning werden zu zusätzlichen Instrumenten beim traditionellen persönlichen Unterricht, und es lassen sich neue „gemischte“ Ansätze entwickeln, um die Qualität und den Inhalt des Lernens zu verbessern.“[19]
Die Neue-Medien-Kompetenz begreift die Medien in vierfacher Hinsicht. Erstens als Geräte, zweitens als Kommunikationstechniken, drittens als Systeme von Zeichen und Symbolen und viertens als Organisationsmodelle. "Dass es nicht Ziel des Informatik-Unterrichts sein kann, einzelne Befehle zur Bedienung der Programme (auswendig) zu lernen,..."[20], sondern das Erreichen von Kommunikations- und Handlungskompetenz, Urteils- und Gestaltungskompetenz. Dabei soll eine verwertbare Qualifikation für die Arbeitswelt (und für den privaten Alltag[21]) richtungsweisend sein. Nicht nur wegen der überladenen Schullehrpläne kommt dem Exemplarischen Unterricht eine zentrale Bedeutung zu. Exemplarischer Unterricht „Exemplarischer Unterricht Damit ist ein Unterricht gemeint, der wichtige und für die Schülerinnen und Schüler interessante Stoffe gründlich bearbeitet und dafür auf Vollständigkeit verzichtet. Wichtiger als das Ziel die Stoffbewältigung ist der Weg die Methode , auf dem das Kind das Ziel erreicht. Zentral ist die Vermittlung von Lerntechniken und nicht von Lerninhalten!“[22] Im Kapitel „Konzept des Informatik-Unterrichts“[23] beschreiben die folgenden Auszüge wichtige Anliegen des Kompetenzerwerbs im Bereich Neue Medien: „Fächerübergreifender Unterrichtsgegenstand Entsprechend der Vielseitigkeit des Computers soll Informatik stets in einem thematischen Zusammenhang unterrichtet werden. Der Lehrplan nimmt die Informatik als fächerübergreifenden Unterrichtsgegenstand auf. Der Informatikunterricht hat nicht den Anspruch, bestimmte Bereiche der Berufsbildung vorwegzunehmen. Produkte-Orientierung, Handlungs-Orientierung Der Informatik-Unterricht ist von der Zielsetzung und vom Inhalt her in erster Linie handlungsorientiert: Beim Lernen entstehen Ergebnisse, die für die Lernenden einen Wert haben. Jeder Baustein zielt auf ein Produkt ab, das sich verwenden lässt. Die Beteiligten treten mit den Produkten möglichst oft aus der Schule hinaus ins gesellschaftliche Umfeld. Eines der auffallendsten Merkmale der Informatik ist die kurze Gültigkeitsdauer von Kenntnissen. Anstelle von rasch veraltenden Kenntnissen sollen die Lernenden deshalb grundlegende Kompetenzen erwerben:
Methodenkompetenz Dies beinhaltet Fähigkeiten, mit denen Sachverhalte strukturiert, Prozesse organisiert und Abläufe geplant werden können, die es den Lernenden ermöglichen, Erfahrungen auf neue Situationen zu übertragen und verschiedene Wege zur Lösung von Problemen anzuwenden. Softwarekenntnisse sind nicht als Selbstzweck, sondern nur so weit zu vermitteln, wie sie zur Bewältigung einer gestellten Aufgabe notwendig sind. Angestrebt sind demnach nicht umfassende und systematische Kenntnisse auf Vorrat, sondern Kenntnisse, die sich gleich praktisch umsetzen lassen. Neben Fertigkeiten sind auch Strategien im Umgang mit Informationstechnologien zu schulen. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, diverse Hilfen (v.a. Online-Hilfen) bei Schwierigkeiten gezielt einzusetzen.“[24] Ein für uns entscheidendes Anliegen, was die Motivation der Lernenden anbelangt, ist die jeweilige Wahl des Unterrichtsgegenstandes. Einbezug der Lebens- und Erfahrungswelt der Lernenden Lernende wollen sich mit Unterrichtsthemen identifizieren können und aus der Schulung im Umgang mit den Neuen Medien einen direkten praktischen Nutzen ziehen. [19] EU-Kommission Bildung und Kultur, eLearning, S.19, 2003 à ‚Quellen’ [20] Thommen Rudolf, Leiter der Abteilung Informatik am Erziehungsdepartement des Kanton Basel-Stadt, BaZ (Basler Zeitung), 10.03.2000 [21] im Sinne von: Welcher Umgang mit Neuen Medien kann im privaten Alltag nicht mehr weggedacht werden. [22] Beeler Armin, "Selbst ist der Schüler" Didaktik des Unterrichts, 1987 à ‚Quellen’ [23] Bucher Peter, Ingold Urs, Bausteine zur Informatik, 1999 à ‚Quellen’ [24] Bucher Peter, Ingold Urs, Bausteine zur Informatik, 1999 à ‚Quellen’ |
||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Neue-Medien-Kompetenz | Christian Graf (BS) und Urs Thiede (BS) |
|||||||||||||||||||||||||||||||||